Projekte

Untersuchungen zum Einfluss von Windenergieanlagen auf den Vogel- und Fledermauszug auf Fehmarn

Auftraggeber: Fehmarn-Netz GmbH & Co. OHG
Projektlaufzeit: 2009 bis 2010

 

Ausgezeichnet als ausge- wählter Ort 2010 im Land der Ideen.

Fehmarn kommt aufgrund seiner exponierten Lage in der Ostsee eine Funktion als Brückenkopf für ziehende skandinavische Brutvögel entlang der sog. Vogelfluglinie zu. Es wird angenommen, dass Fehmarn jährlich von über 100 Millionen Vögeln überquert wird. Vor dem Hintergrund neuer Zielvorgaben des Landes Schleswig-Holstein für die Windenergienutzung wird die Entwicklung der Windenergie auf Fehmarn kritisch diskutiert, da Beeinträchtigungen ziehender oder rastender Vögel durch Barrierewirkung und Kollisionsverluste befürchtet werden.

Die Arbeitsgemeinschaft BioConsult-SH und ARSU GmbH hat im Auftrag der Fehmarn-Netz GmbH & Co. OHG 2009 eine umfangreiche Studie zu den Auswirkungen von Windenergieanlagen auf den Vogel- und Fledermauszug auf Fehmarn durchgeführt. Die ARSU konnte als zusätzlichen Kooperationspartner das Büro für ökologische Gutachten von Dr. Klaus Handke, Ganderkesee, gewinnen.

Mit unterschiedlichen Untersuchungsmethoden sollten in mehren Teilprojekten grundlegende Fragen zum Konfliktpotenzial der Windenergienutzung sowohl im Allgemeinen als auch im Hinblick auf konkrete Vorhaben auf der Insel geklärt werden. Dies umfasste einerseits die Untersuchung möglicher Auswirkungen der bestehenden Windparks und andererseits eine Betrachtung möglicher Weiterentwicklungen der Windenergienutzung auf Fehmarn.

Die Projektnehmer haben hierzu ein Untersuchungskonzept erarbeitet, das sich im Überblick wie folgt zusammensetzt:

  • Teilprojekt Radar: Durch den wechselnden Einsatz von zwei vertikalen Radargeräten an vier über die Insel verteilten Punkten wurden Informationen über die Verteilung der Zugintensität in verschiedenen Flughöhen bis zu einer Höhe von 1,6 km erlangt. Schwerpunkt war dabei die Erfassung des nächtlichen Vogelzugs, ergänzend wurden auch Daten bei Tageslicht erhoben.
  • Teilprojekt Tagzug: Durch den zeitgleichen Einsatz von fünf über die Insel verteilten Beobachtern wurden Informationen über Intensität und Höhe des sichtbaren Vogelzugs gewonnen. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Erfassung des Greifvogelzugs, der nahezu vollständig bei Tag stattfindet.
  • Teilprojekt Rastvögel: Hierbei wurden wöchentlich auf ca. 2/3 der landwirtschaftlichen Flächen Fehmarns rastende und nahrungssuchende Vögel erfasst. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Gruppe der Wat- und Wasservögel.
  • Teilprojekt Kollisionsopfer: In diesem Teilprojekt wurden an ausgewählten Windparkstandorten während des Herbstzuges methodisch standardisierte Suchen nach verunglückten Vögeln und Fledermäusen durchgeführt.
  • Teilprojekt Fledermäuse: Hierbei wurden sowohl an ausgewählten Windenergieanlagen als auch auf windparkfreien Flächen automatische Fledermausregistrierungsgeräte (Ultraschallwandler mit Speichereinheit und Zeitgeber) installiert, die Informationen über die Intensität des Fledermauszugs lieferten.

Die Feldarbeiten des Projektes fanden im Frühjahr und Herbst 2009 statt. Das Gutachten kann hier als pdf (11,6 MB) heruntergeladen werden.

Folgende Meldungen sind zu diesem Projekt bereits erschienen:
23.11.2009: Fehmarn-Projekt gewinnt im Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" 2010
17.02.2010: Fehmarn-Projekt im Buch zum Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen"
10.04.2010: Bericht zum Fehmarn-Projekt verfügbar