Projekte

Umweltverträglichkeitsstudien mit integrierten Landschaftspflegerischen Begleitplänen für die 1. Ausbaustufe der Bahnstrecke Hamburg - Berlin im Land Brandenburg (teilweise mit NWP Oldenburg bzw. PAN Potsdam)

Auftraggeber: Deutsche Bahn bzw. Planungsgesellschaft Bahnbau Deutsche Einheit (jetzt DB ProjektBau GmbH)
Projektlaufzeit: 1991 bis 2011

Baustelle Bahnstrecke Hamburg - Berlin

Als Projekt Nr. 2 der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit wurde die Bahnstrecke Hamburg - Berlin in der ersten Ausbaustufe für eine Geschwindigkeit von 160 km/h ausgebaut. Da sie auf den rund 140 km im Land Brandenburg teilweise durch ökologisch besonders wertvolle und geschützte Gebiete verläuft, waren erhebliche Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu erwarten. Entsprechend wurden u. a. folgende landschaftsplanerische Unterlagen erstellt: eine großräumige Empfindlichkeitsuntersuchung zur Ermittlung konfliktarmer Korridore, eine Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) mit integriertem Landschaftspflegerischem Begleitplan (Rahmen-LBP) für einen rund 120 km langen Abschnitt, jeweils UVS mit integriertem LBP für neun Planfeststellungsverfahren, landschaftspflegerische Unterlagen für insgesamt 14 Bauabschnitte mit Plangenehmigungsverfahren, LBP-ähnliche Unterlagen zur Eingriffsgenehmigung nach § 17 Abs. 3 BbgNatSchG für drei weitere Abschnitte, Variantenuntersuchungen für interne Entscheidungsprozesse, Unterlagen für Planergänzungs- und Planänderungsverfahren.

Über die Standardaufgaben hinaus war auch die Entwicklung spezifischer Instrumente, sowie neuer und unkonventioneller Problemlösungen erforderlich: Da zum Zeitpunkt der Erstellung des Rahmen-LBPs für viele Bauabschnitte noch keine konkrete Planung vorlag, wurden die insgesamt zu erwartenden Eingriffe in Natur und Landschaft auf der Basis der Erfahrungen mit bereits realisierten Abschnitten hochgerechnet. Für die Kompensation der zu erwartenden erheblichen Beeinträchtigungen in den einzelnen Bauabschnitten wurden insgesamt vier Ersatzflächenpools in den verschiedenen Landkreisen und unterschiedlichen Naturräumen geplant. Teilweise wurde mit den Bauarbeiten bereits vor den öffentlich-rechtlichen Verfahren begonnen. Dafür wurden Konfliktpotential-Karten entwickelt, die in Karten und Text zusammenfassende Informationen zu den vorhandenen Werten und Funktionen sowie den erforderlichen Vermeidungsmaßnahmen enthalten. Sie waren u. a. die Grundlage für die Abstimmung der Baulogistikflächen mit den Naturschutzbehörden und den beauftragten Baufirmen im Rahmen der ökologischen Baubegleitung und wesentliches Hilfsmittel bei weiteren Moderationsaufgaben.

Im Wesentlichen wurden die Planungsleistungen bis 2001 abgeschlossen. Jedoch wurden noch nicht alle Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen realisiert. Teilweise sind sie auch nicht mehr wie geplant umsetzbar. Daher wurden und werden nachfolgend noch entsprechende Planänderungsunterlagen für neue Kompensationsmaßnahmen erarbeitet.