Projekte
Kompensationsflächenpool Glöwen für die 2. Ausbaustufe der Bahnstrecke Hamburg – Berlin – landschaftspflegerische Planänderungsunterlagen, Planung des Rückbaus einer Industriebrache und der landschaftspflegerischen Begrünung der Flächen (in Zusammenarbeit mit PAN Potsdam)
Auftraggeber: DB ProjektBau GmbH
Projektlaufzeit: 2006 bis 2007

Im Rahmen der Planfeststellungsverfahren für die Beseitigung von niveaugleichen Bahnübergängen im Zuge der 2. Ausbaustufe der Bahnstrecke Hamburg – Berlin wurden gegen einige Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen Einwände erhoben. Diese wurden zwar jeweils zurückgewiesen, dennoch war die Deutsche Bahn AG bemüht, alternative Kompensationsmaßnahmen zu finden. In unmittelbarer Nähe der Bahnübergangsbeseitigung Glöwen befand sich die verfallende Industriebrache eines ehemaligen Holzwerkes mit randlichem Kiefernforst, eine rund 7,4 ha große Fläche, davon ca. 37 % versiegelt und überbaut. Gemeinde, Landkreis und Forstverwaltung hatten ein großes Interesse an der Sanierung und landschaftsgerechten Rekultivierung der Flächen.
So kam die Fläche bereits 2003/2004 als mögliche Kompensationsfläche in die Diskussion. Die ARSU hat dazu eine historische Analyse erstellt, Materialproben ausgewertet, die Sanierungsmöglichkeiten eingeschätzt und erste Vorschläge für die Begrünung gemacht. Aufgrund der Möglichkeit, die Fläche für Wald, Boden, Pflanzen und Tiere und darüber hinaus auch für Grundwasser, Klima, Luft und Landschafts- bzw. Ortsbild durch entsprechende Maßnahmen aufzuwerten, waren die Flächen grundsätzlich als Ersatzmaßnahme für Eingriffe aus den Bahnübergangsbeseitigungen geeignet.
In enger Abstimmung mit den genannten Trägern öffentlicher Belange wurde daher der Rückbau des Altstandortes und eine landschaftspflegerische Gestaltung der durch trockene und nährstoffarme Sande gekennzeichneten Flächen geplant. Es wurde ein Modell zur Umrechnung des in den Planfeststellungsunterlagen ermittelten Kompensationsflächenbedarfes auf die besonderen Maßnahmen dieser Sanierung eines Altstandortes entwickelt. Für die erforderlichen planrechtlichen Änderungen wurden Unterlagen für Verfahren beim Eisenbahn-Bundesamt bzw. beim Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg erarbeitet. Eine Ausführungsplanung für den Rückbau der Anlagen und eine für die landschaftspflegerische Begrünung der Flächen wurde erstellt.
