Projekte

Möglichkeiten zur Vermeidung und Minimierung der Schädigung von Fischen infolge der Kühlwasserentnahme. Beitrag für die Entwicklung eines optimierten standortangepassten Schutzkonzeptes

Auftraggeber: E.ON Kraftwerke GmbH
Projektlaufzeit: 2008 bis 2009

Die E.ON Kraftwerke GmbH plant am Standort Stadersand die Errichtung eines Steinkohlekraftwerks mit Durchflusskühlung. Wird dieses Kraftwerk mit einer Durchflusskühlung betrieben, sind Organismenverluste infolge der Wasserentnahme aus der Elbe nicht auszuschließen. Besonders kritisch sind Organismenverluste in der Nähe von Laichgebieten, da hier auch Larvenstadien und Eier betroffen sind, die der Einsaugströmung nicht aktiv entfliehen können. Die Beurteilung der Auswirkungen der Kühlwasserentnahme auf Fische und insbesondere auf die Erhaltungsziele von FFH-Arten ist für die Genehmigungsfähigkeit unerlässlich. Nur wenn dargelegt werden kann, dass keine vernünftigen Zweifel an der Verträglichkeit eines Vorhabens bestehen, ist das Vorhaben genehmigungsfähig.
Daher ist einem funktionierenden Fischschutzsystem eine hohe Bedeutung zuzumessen. Die bestehenden Fischschutz-Anlagen im Bereich von Ästuaren führen nicht zu zufriedenstellenden Ergebnissen. Die Anlagen sind alt und entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik. Sie werden von der Fachwelt allgemein als unzureichend angesehen. Erfahrungen mit modernen Anlagen gibt es in deutschen Ästuaren bisher nicht.
Da sich sowohl die hydrodynamischen und strukturellen Rahmenbedingungen von Entnahmestandort zu Entnahmestandort sehr stark unterscheiden und da bei jedem Standort ein spezielles Fischartenspektrum vorliegt, müssen für einen spezifischen Standort auch spezifische Lösungen gefunden werden und die angewandten Systeme optimal aufeinander abgestimmt werden. Ziel ist es zu einer fachlich begründeten und belastbaren Aussage zu kommen, dass das am Standort Stadersand letztendlich eingesetzte System dem Stand der Technik entspricht und nachweislich funktioniert. Dazu muss es optimal auf den Standort abgestimmt sein. Um dies zu erreichen ist es erforderlich, den derzeitigen Stand der Technik zu kennen, darzustellen und zu prüfen, welche der möglichen Alternativen Optionen für den Standort darstellen.
Die ARSU GmbH wurde von der E.ON Kraftwerke GmbH mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt, das auf Grundlage der Recherche des aktuellen Stand des Wissens und der verfügbaren Techniken Empfehlungen für ein Schutzkonzept am Standort Stade ausspricht.