Projekte
Ökologisch orientierter Rückbau des Naturraumes Schillingmanngraben/ Brögberner Teiche (zusammen mit NWP GmbH, Oldenburg), Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben
Auftraggeber: Stadt Lingen (Ems)
Projektlaufzeit: 1989 bis 1999

Brögberner Teiche
Um dem intensiven Landschaftswandel der letzten Jahrzehnte entgegenzuwirken, durch den Probleme wie hohe Nähr- und Schadstoffbelastungen der Gewässer, der Verlust von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen sowie häufige Überschwemmungen entstanden, wurde ein Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben initiiert und umgesetzt, durch das in einem intensiv landwirtschaftlich genutzten Untersuchungsraum von rund 1.000 Hektar etwa 12 % der Fläche renaturiert und extensiviert wurden. Das Projektgebiet befindet sich 5 km östlich der Stadt Lingen/Ems, in einer schwach besiedelten, aber landwirtschaftlich intensiv genutzten Kulturlandschaft.
Orientiert an den drei Leitmotiven des Projektes: Naturschutz, Umweltschutz und Hochwasserschutz wurden sieben Teilmaßnahmen im gesamten Gebiet umgesetzt und miteinander vernetzt. Das aufeinander abgestimmte Maßnahmenbündel umfasste den naturnahen Gewässerumbau, die Wiederherstellung bzw. Neuschaffung von ehemals natürlichen Retentionsräumen (Überflutungsflächen für den Hochwasserfall), die Wiedervernässung von vorher trockengelegten Flächen, die Schaffung und Vernetzung verschiedener Sukzessionsstadien der landschaftstypischen Strukturelemente sowie eine Optimierung der natürliche Bedingungen für den Nährstoffabbau in den Gewässern.
Über zehn Jahre lang arbeitete ein interdisziplinär zusammengesetztes Team aus Ökologen, Planern und Wissenschaftlern sowie der örtlichen Verwaltungen und Institutionen an diesem Projekt. Das E+E-Vorhaben wurde gefördert vom BMU unter wissenschaftlicher Betreuung durch das Bundesamt für Naturschutz in Bonn. Mitförderer waren das Land Niedersachsen, der Landkreis Emsland sowie die Stadt Lingen. Die wissenschaftliche Bearbeitung erfolgte durch die Arbeitsgruppen "Terrestrische Ökologie" und "Ökochemie + Umweltanalytik" der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Die Koordination des Gesamtprojektes lag bei der ARSU.
Das Projekt war Außenstandort der EXPO 2000, die erreichten Erfolge wurden mittels Umweltbildungsrouten und Multimedia-Technik der Öffentlichkeit präsentieren.
