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Eingriffsregelung und Landwirtschaft

Auftraggeber: 
Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Laufzeit: 
2000 - 2003

Weiterentwicklung des naturschutzrechtlichen Planungsinstruments durch flexible Modelle zur Honorierung kompensationswirksamer Naturschutzleistungen durch die Landwirtschaft; AZ 15813
Gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen

Die Landwirtschaft ist von der Eingriffsregelung in der heute gängigen Umsetzungspraxis in doppelter Weise betroffen: einmal durch den Flächenentzug für Bebauung und Infrastruktur und zum anderen in Form einer Nutzungskonkurrenz bei Flächen mit ökologischem Aufwertungspotenzial, die nicht selten zu einem weiteren Flächenentzug für Kompensationszwecke führt. Damit die Landwirtschaft Kompensationsleistungen im Rahmen der Eingriffsregelung übernimmt, muss jedoch gewährleistet sein, dass Einkommensrückgänge, die aus einer Umstellung der Bewirtschaftungsweise resultieren, entsprechend honoriert werden, so dass für die Landwirte eine ernsthafte Einkommensalternative entsteht.

Ziel dieses Projektes war es, zu prüfen, inwieweit eine Reduzierung der Bewirtschaftungsintensität auf landwirtschaftlichen Flächen als Kompensationsleistung im Sinne der Eingriffsregelung anerkannt und entsprechend honoriert werden kann. Dabei galt es, eine Lösung zu finden, die sowohl für den Naturschutz als auch für die Landwirtschaft tragbar ist, d. h. eine Lösung, die die Umsetzungsdefizite und Konflikte im Rahmen der Eingriffsregelung minimiert und gleichzeitig ein gesichertes landwirtschaftliches Betriebseinkommen garantiert.

Dazu erfolgten eine Betrachtung und Ausarbeitung der organisatorischen, rechtlichen und agrarpolitischen Grundlagen unter Berücksichtigung der Rolle der Landwirtschaft als Dienstleistender bei Kompensationsmaßnahmen. Gleichzeitig wurden die methodischen Ansätze zur Bewertung unterschiedlicher landwirtschaftlicher Bewirtschaftungsweisen vertiefend behandelt und getestet sowie quantitative Betriebsmodelle zur Planung von Betriebsumstellungen, zur Ermittlung der speziellen ökologischen Aufwertung sowie zur Berechnung der notwendigen finanziellen Ausgleichszahlungen entwickelt und getestet.