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Kompensationsflächenpools im Land Brandenburg im Rahmen des Ausbaus der Bahnstrecke Hamburg-Berlin

Auftraggeber: 
DB ProjektBau GmbH
Laufzeit: 
1993 - 2017
Industriebrache Glöwen (Foto: ARSU GmbH)
Einbau einer Stauanlage Pool Kuhwinkel (Foto: ARSU GmbH)
Grabenaufweitung Pool Kuhwinkel (Foto: ARSU GmbH)

Im Rahmen des Ausbaus der Bahnstrecke Hamburg-Berlin wurden von Seiten der ARSU neben der Erstellung der gesamten umweltrelevanten Planunterlagen auch die Planung und Umsetzung von sieben Kompensationsflächenpools im Land Brandenburg durchgeführt.

Der zeitlich jüngste Pool ist der Kompensationsflächenpool Glöwen: Rückbau einer Industriebrache und landschaftspflegerische Begrünung der Flächen (in Zusammenarbeit mit PAN Potsdam)

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens für die Beseitigung von niveaugleichen Bahnübergängen im Zuge der 2. Ausbaustufe der Bahnstrecke Hamburg – Berlin wurden gegen einige Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen Einwände erhoben. Diese wurden zwar jeweils zurückgewiesen, dennoch war die Deutsche Bahn AG bemüht, alternative Kompensationsmaßnahmen zu finden. In unmittelbarer Nähe der Bahnübergangsbeseitigung Glöwen befand sich die verfallende Industriebrache eines ehemaligen Holzwerkes mit randlichem Kiefernforst, eine rund 7,4 ha große Fläche, davon ca. 37 % versiegelt und überbaut. Gemeinde, Landkreis und Forstverwaltung hatten ein großes Interesse an der Sanierung und landschaftsgerechten Rekultivierung der Flächen und stimmten einer Verwendung als Kompensationsflächenpool zu.

Die ARSU hat dann eine historische Analyse erstellt, Materialproben ausgewertet, die Sanierungsmöglichkeiten eingeschätzt und erste Vorschläge für die Begrünung gemacht. Aufgrund der Möglichkeit, diese Fläche für alle umweltrelevanten Schutzgüter einschließlich des Ortsbildes durch entsprechende Maßnahmen aufzuwerten, waren die Flächen grundsätzlich als Ersatzmaßnahme für Eingriffe aus den Bahnübergangsbeseitigungen geeignet.

In enger Abstimmung mit den genannten Trägern öffentlicher Belange wurden daher der Rückbau des Altstandortes samt seiner noch vorhandenen Altlasten und eine landschaftspflegerische Gestaltung der durch trockene und nährstoffarme Sande gekennzeichneten Flächen geplant. Es wurde ein Modell zur Umrechnung des in den Planfeststellungsunterlagen ermittelten Kompensationsflächenbedarfes auf die besonderen Maßnahmen dieser Sanierung eines Altstandortes entwickelt. Für die erforderlichen planrechtlichen Änderungen wurden Unterlagen für Verfahren beim Eisenbahn-Bundesamt bzw. beim Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg erarbeitet. Eine Ausführungsplanung für den Rückbau der Anlagen und eine für die landschaftspflegerische Begrünung der Flächen wurden erstellt.