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Maßnahmenbevorratung – Ökokonto

Auftraggeber: 
Flächenagentur GmbH im Städtequartett Damme, Diepholz, Lohne, Vechta
Laufzeit: 
2002 - 2003

Modell zur Handhabung vorgezogener Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen am Beispiel des Flächenpools im Städtequartett Damme, Diepholz, Lohne; AZ 18118

Mit der Novellierung des BauGB 1998 (§ 135 a BauGB) wurde mit der Möglichkeit der vorgezogenen Durchführung von Kompensationsmaßnahmen (Ökokonto) ein neues Handlungsinstrumentarium in die Planungspraxis der Eingriffsregelung eingeführt.

Zielsetzung dieses Projektes war es zu untersuchen, ob und inwieweit die Gewährung eines materiellen Bonus für vorgezogen durchgeführte Maßnahmen aus naturschutzfachlicher Sicht gerechtfertigt ist und ob dadurch die Durchführung vorgezogener Maßnahmen begünstigt wird. In diesem Fall sollte ein Ökokonto und Ökozinsmodell entwickelt und am Beispiel der Flächenagentur des Städtequartetts Damme, Diepholz, Lohne, Vechta erprobt werden, durch das sich die Vorfinanzierung vorauslaufender Maßnahmen wirtschaftlich rechnet. Dazu wurden existierende Ansätze des Ökokonto-Modells sowie die Erfahrungen der bereits in einigen Regionen, Städten und Gemeinden aktiven Ökokonten zusammengetragen und ausgewertet, Recherchen zu übertragbaren neuen nationalen und internationalen Ansätzen im Naturschutz und in der Flächenhaushaltspolitik durchgeführt. Zur Klärung der naturschutzfachlichen Rechtfertigung eines Ökozinses wurde auf der Grundlage wissenschaftlicher Erhebungen und Auswertungen ein Zeitrahmen ermittelt, in dem sich ein messbarer ökologischer Wertgewinn einstellt.

Im Ergebnis mehrerer Expertendiskussionen wurden schließlich zwei Ökokonto-Modelle entwickelt. Ein Modell arbeitet mit der pauschalen Honorierung der vorgezogen durchgeführten Maßnahmen (Ökozinsmodell). Das andere Modell sieht eine Verzinsung des Aufwertungsfaktors in Abhängigkeit vom Zielbiotop der Kompensationsmaßnahme vor (Wertbonus-Modell). Die Expertendiskussionen haben gezeigt, dass beide Modelle Vor- und Nachteile aufweisen. Aufgrund seiner höheren Praktikabilität hat die Flächenagentur in Abstimmung mit den Naturschutzbehörden das Ökozinsmodell zur Umsetzung gebracht.

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