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Erweiterung des Kolkschutzes an der Bohr- und Förderinsel Mittelplate

Auftraggeber: 
DEA Deutsche Erdoel AG
Laufzeit: 
seit 2008
RWE DEA Mittelplate Kolkschutz

Die DEA Deutsche Erdoel AG betreibt als Betriebsführerin des Mittelplate-Konsortiums die Bohr- und Förderinsel Mittelplate, die 7 km vor der Küste im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer liegt. Aufgrund der Nordwanderung eines größeren Priels waren ab 2007 Arbeiten zur Vergrößerung des bestehenden Kolkschutzes rund um die künstliche Insel notwendig. Im Rahmen eines stufenweisen Gesamtkonzeptes sollte der Kolkschutz – in Abhängigkeit von der weiteren Verlagerung des Priels – um eine Fläche von insgesamt bis zu 8,4 ha erweitert werden, was einen entsprechenden Verlust an Wattflächen zur Folge gehabt hätte. Für das notwendige Planfeststellungsverfahren erstellte die ARSU die umweltbezogenen Genehmigungsunterlagen (Umweltverträglichkeitsstudie, Landschaftspflegerischer Begleitplan, FFH-Verträglichkeitsstudie, Artenschutzfachbeitrag sowie die Untersuchungen der Verträglichkeit mit den Zielen der Wasserrahmenrichtlinie und dem Weltnaturerbe-Status). Aufgrund des erheblichen Flächenverlustes war ein Abweichungsverfahren notwendig, zu dem auch die Planung von kohärenzsichernden Maßnahmen gehörte. Die ARSU erstellt für eine Renaturierungsmaßnahme in den Vorlandsalzwiesen eine Entwurfsplanung und leitete federführend die einjährige Bestandsaufnahme vor Umsetzung der Maßnahme (Brutvögel, Gastvögel, Vegetation, Fische, Sedimentation). Gegen den 2011 ergangenen Planfeststellungsbeschluss wurde von einem Naturschutzverband Klage erhoben. Die ARSU GmbH betreute die naturschutzfachlichen Fragestellungen in diesem Verfahren. Während der schrittweisen Umsetzung der Bauarbeiten an dem Kolkschutz führte die ARSU zudem ein vierjähriges begleitendes Monitoring zum Störungseinfluss der Bauarbeiten auf nahrungssuchende Vögel im Watt durch.

Zu den Zielen des Nationalparks gehört die Reduzierung der sublitoralen Muschelkulturflächen. Von Anfang an wurde daher für das Vorhaben als kohärenzsichernde Maßnahme eine Herausnahme von entsprechenden Flächen aus der Nutzung angestrebt. Das war zum Zeitpunkt der Planfeststellung aufgrund fehlender Flächenverfügbarkeit nicht realisierbar, was sich zwischenzeitlich geändert hat. Darum soll nunmehr auf die planfestgestellten Maßnahmen in den Vorlandsalzwiesen verzichtet und stattdessen die Herausnahme von Muschelkulturflächen aus der Nutzung umgesetzt werden. Von der ARSU wurde eine entsprechende Unterlage zur Änderung des Rahmenbetriebsplanes für die Bohr- und Förderinsel Mittelplate erstellt.