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Langzeituntersuchungen Windkraft – Vögel – Lebensräume

Auftraggeber: 
Bundesverband Windenergie und MMJ GmbH (Buchpublikation als Eigenleistung)
Laufzeit: 
2000 - 2011
Windkraft – Vögel – Lebensräume

Von 2000-2007 führte die ARSU GmbH im südlichen Ostfriesland Untersuchungen zu möglichen Beeinträchtigungen von Vögeln an drei Windparkstandorten durch. Die Ergebnisse dieses Forschungsprojekts zu den Scheuchwirkungen von Windkraftanlagen auf die Vogelwelt wurden in dem 2011 veröffentlichten Buch „Windkraft – Vögel – Lebensräume“ dargestellt (Steinborn et al. 2011). Erstmalig ermöglichen die vorgelegten Auswertungen eine Einordnung der Windenergieanlagen in den Kontext zahlreicher weiterer Habitatparameter. Bestandserfassungen, Verhaltensbeobachtungen, Bruterfolgskontrollen, Dichteanalysen auf Zufallsflächen, Vorher-Nachher-Vergleiche und die Analyse der zeitlichen Entwicklung der Habitatqualität sowie eine umfangreiche Literaturauswertung geben ein sehr detailliertes Bild des Einflusses von Windenergieanlagen auf zahlreiche Brut- und Gastvogelarten.

Das Untersuchungsgebiet lag im südlichen Ostfriesland und umfasste zwei Windparks und ein angrenzendes Referenzgebiet ohne Windkraftanlagen (WKA). Einer der beiden Windparks wurde während der Projektlaufzeit gebaut und in Betrieb genommen, so dass Analysen im BACI-Design (Before-After-Control-Impact: Vorher-Nachher-Vergleich für Windpark und Referenzfläche) sowie im Impact-Gradient-Design (Einfluss der Entfernung zur nächsten Windenergieanlage) ermöglicht wurden. Bei der entfernungsbezogenen Auswertung (Impact-Gradient-Design) wurden die Brutdichten bzw. die Individuendichten der Gastvögel in den jeweiligen Entfernungszonen (mit einer Breite von je 100 m) mit Erwartungswerten aus dem Referenzgebiet verglichen. Mit Hilfe der linearen Regression wurde der Einfluss der Windenergieanlagen und des Flächenanteils an Gehölzen auf Brut- und Gastvögel miteinander verglichen. In zwei Untersuchungsjahren wurden für ausgewählte Arten umfangreiche Habitatmodelle berechnet, mit deren Hilfe im Referenzgebiet und den beiden Windparks die Vorkommenswahrscheinlichkeit und damit die Habitatqualität bestimmt werden konnte. Mit den Modellen konnte statistisch geeignetes von ungeeignetem Habitat abgegrenzt werden und Dichtevergleiche zwischen Windparks und Referenzgebiet auf der Basis von Flächen gleicher Habitatqualität vorgenommen werden. So ließ sich u. a. der negative Bestandstrend des Kiebitz in einem der Windparks mit einem deutlichen Rückgang geeigneten Habitats erklären.

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