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Windenergie im Wald II – Auswirkungen auf Vögel

Zuwendungsgeber: 
Bundesamt für Naturschutz
Laufzeit: 
2017 - 2020

Optimierung des Planungs- und Genehmigungsprozesses von Windenergieanlagen im Wald hinsichtlich Berücksichtigung von Artenschutzbelangen

Wälder als Lebensraum für Spechte, Eulen und andere waldgebundene Vogelarten, werden im Zuge der Energiewende zunehmend Standorte für Windparks. Geräusche, Bewegung oder Kulissenwirkung könnten sich störend auf diese Waldvogelarten auswirken und zu einer Meidung von Waldbereichen nahe von Windparks führen. Mit automatisierten akustischen Erfassungen soll in diesem Vorhaben untersucht werden, ob Windparks zu einer veränderten Nutzung des Habitats Wald bei ausgewählten Vogelarten führen. Hierfür wird in einem ersten Erprobungsjahr eine innovative Technik erprobt und dann in den beiden Folgejahren im Bereich von zehn Windparkstandorten eingesetzt.

Fragestellung / Projektziele

Im Forschungsvorhaben Windenergie im Wald I („Bau- und Betriebsmonitoring von Windenergieanlagen im Wald“ Reichenbach et al. 2015 (PDF)) ergaben sich auf der Basis zweijähriger Untersuchungen an insgesamt 12 Windparks mit der Methode der Revierkartierung erste Hinweise, dass die Artengruppe der Spechte möglicherweise durch Windenergieanlagen beeinträchtigt wird. Das Vorhaben Windenergie im Wald II soll daran anknüpfen und einen wesentlichen Kenntniszuwachs über Störwirkungen und Verdrängungseffekte in Bezug auf bestimmte Waldvogelarten liefern. Die Ergebnisse sollen einen Beitrag zur Optimierung des Planungs- und Genehmigungsprozesses für betroffene Arten leisten und das Risiko von erheblichen Beeinträchtigungen im Sinne des europäischen Arten- und Gebietsschutzes sowie der Eingriffsregelung minimieren helfen.

Vorgehensweise

Die Untersuchungen erfolgen vorrangig durch eine automatisierte akustische Erfassung, die in größerem Umfang quantitative akustische Daten im Rahmen eines systematischen Impact-Gradient-Designs erhebt, ergänzt durch eine Revierkartierung und Brutplatzsuche. Dieser innovative Ansatz beruht auf einer technischen Eigenentwicklung, deren grundsätzliche Eignung bereits getestet wurde. Im Rahmen des hier geplanten Vorhabens bedarf es jedoch eines ersten Erprobungs- und Optimierungsjahres, um diese Methode weiter auszubauen und an die spezifischen Anforderungen der Untersuchung anzupassen.

Arbeitspakete

  1. Ermittlung, Fortschreibung und Einbeziehung des aktuellen Kenntnisstandes zur spezifischen Betroffenheit von Vögeln durch Windenergieanlagen im Wald,
  2. Erprobung und Optimierung der einzusetzenden Technik zur akustischen Erfassung sowie der weiteren Methodik im ersten Untersuchungsjahr,
  3. Durchführung und Auswertung zweijähriger Felduntersuchungen in zehn bestehenden Windparks,
  4. Entwicklung naturschutzfachlicher Handlungshinweise für störungsempfindliche Vogelarten bei Planung und Errichtung von Windenergieanlagen im Wald,
  5. Entwicklung eines Untersuchungskonzeptes für den weiteren Forschungsbedarf, insbesondere für die Arten Ziegenmelker und Mäusebussard.

Weitere Informationen zu diesem Vorhaben finden Sie hier:
https://www.natur-und-erneuerbare.de/projektdatenbank/projekte/betriebsmonitoring-von-wea-im-wald-ii-auswirkungen-auf-die-avifauna/