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Entwicklung eines Fischschutzkonzeptes zur Erreichung der FFH-Verträglichkeit am Standort Stade

Auftraggeber: 
E.ON Kraftwerke GmbH und Dow Deutschland Anlagengesellschaft mbH
Laufzeit: 
2009 - 2015
Hamennetz (Foto ARSU GmbH)
Ringnetzbefischung (Foto ARSU GmbH)
Junger Stint mit Finte (Foto: ARSU GmbH)
Flussneunauge (ARSU GmbH)

Die E.ON Kraftwerke GmbH sowie die Dow Deutschland Anlagengesellschaft mbH planten am Standort Stade die Errichtung von Steinkohlekraftwerken mit Durchflusskühlung. Die E.ON Kraftwerke GmbH hat ihre Planungen zwischenzeitlich aufgegeben. Für den Standort der Dow hat der Rat der Stadt Stade im Juli 2014 den vorhabensbezogenen B-Plan beschlossen.

Werden Kraftwerke mit einer Durchflusskühlung betrieben, sind Organismenverluste infolge der Wasserentnahme aus der Elbe nicht auszuschließen. Besonders kritisch sind Organismenverluste in der Nähe von Laichgebieten, da hier auch Larvenstadien und Eier betroffen sind, die der Einsaugströmung nicht aktiv entfliehen können. Die Beurteilung der Auswirkungen der Kühlwasserentnahme auf Fische und insbesondere auf die Erhaltungsziele von FFH-Arten ist für die Genehmigungsfähigkeit unerlässlich. Da sich der geplante Standort im Bereich eines wertvollen Laichhabitats der FFH-relevanten Fischart Finte (Alosa fallax) befinden, ist ein umfangreiches Fischschutzsystem, das die Wirkungen der vorhandenen und geplanten Kraftwerke berücksichtigt, Voraussetzung für die Genehmigungsfähigkeit. Die Träger der beiden am Standort Stade geplanten Kraftwerke hatten sich daher entschlossen, die Sicherstellung der FFH-Verträglichkeit durch ein ausdifferenziertes Fischschutzkonzept in Verbindung mit einem tragfähigen Risikomanagement gemeinsam zu entwickeln.
Zur Erlangung der FFH-Verträglichkeit ist zum einen die fischereigutachterliche Bewertung des geplanten Standortes und des geplanten Fischschutzkonzeptes erforderlich. Zum anderen muss eine Bewertungsmethodik entwickelt werden, mit deren Hilfe überprüft und dargelegt werden kann, ob bei den geplanten Kühlwasserentnahmen eine Beeinträchtigung der Erhaltungsziele der Finte ausgeschlossen werden kann.

Die ARSU GmbH war in Kooperation mit Fischereibiologen beauftragt, zu der Entwicklung eines funktionierenden und auf den Standort Stade abgestimmten Fischschutzsystems beizutragen und eine geeignete Bewertungsmethodik zu entwickeln.